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Die Rolle der IT im E-Commerce

Auch wenn manche schon von E-Commerce als “Everywhere Commerce” sprechen – ursprünglich steht es für Electronic Commerce. Viele E-Commerce-Initiativen haben ihren Ursprung nicht in den Marketing-Köpfen, sondern auf den grauen Fluren der IT-Abteilungen, denn dort wurde über das Elektronische nachgedacht, wurde über Rechenzeiten, Bandbreiten, Speicherplatz diskutiert – und geherrscht.

Noch heute ist es unerlässlich, sich als E-Commerce-Verantwortlicher nicht nur mit Conversion Rates, CPCs, Kosten-Umsatz-Relationen und Sortimentstiefen auszukennen – nein, man muss auch ein grobes Verständnis für Usability, Cookies, CSS und Session Handling sein Eigen nennen. Denn auch wenn die Initiative heute eher von Marketing, Vertrieb und Business Development ausgeht – ohne IT läuft noch immer nichts.

Leider läuft oft auch mit IT nichts – denn wie lautet die erste Erkenntnis jedes Shop Managers, der auf die Ergebnisse eines IT-Projektes (“ich wollte doch nur eine Kategorie-Einstiegsseite ändern”) wartet? Es kommt später, als erhofft, und es wird noch teurer, als befürchtet.

So manöveriert sich die IT-Abteilung oder der IT-Dienstleister unaufhaltsam in die Büßerecke – dabei können die Damen und Herren oft gar nichts dafür, denn sie arbeiten mit unklaren Vorgaben (Stichwort moving target) und unfairen Zeitvorgaben. Die Shop Manager sollen doch bitte erst mal lernen zu beschreiben, was sie eigentlich haben wollen!

Kommt Ihnen diese Argumentation zwischen Shop Manager und IT irgendwie bekannt vor? Und: auf welcher Seite stehen Sie?

Ich versuche mal einen Denkanstoß:

  • wenn die Shop Manager schon vorher wissen, dass IT-Projekte nie in time oder in budget fertig werden – warum liegen dann IT-Teilprojekte so oft auf dem kritischen Pfad von Gesamtprojekten?
  • Und wenn die IT-Verantwortlichen schon vorher wissen, dass sich Anforderungen im Laufe von Projekten ändern und Termine unrealistisch gesetzt werden – warum bauen Sie dann nicht mehr Systeme, mit denen die Shop Manager ihre Detailanforderungen selbst umsetzen können?

Ich plädiere für  - nein, ich empfehle! im Kontext von E-Commerce-Initiativen  eine veränderte Ausrichtung der IT, sei es in der Software-Entwicklung, Software-Beschaffung oder beim Aufsetzen der so wichtigen Datenflüsse und -prozesse:

Haltet das daily business raus aus der IT. Konzentriert euch auf die Entwicklung von Tools, mit denen Shop Manager ihr Tagesgeschäft selbst abwickeln können – Content Management, Category Management, Import-Prozesse, Kampagnensteuerung, neuer Payment Provider, neue Produkt-Detailseite.

Wem das gelingt, dem winkt der Große Preis: spannendere Projekte, über deren Ergebnisse sich die Shop Manager freuen, selbst wenn sie später als erhofft kommen und teurer als befürchtet werden. Projekte, die eben nicht daily business sind, sondern first mover, earliy adopter!

Wem das nicht gelingt, oder wer das nicht wenigstens versucht – der wird auch in Zukunft dafür verachtet und gehasst, dass er sich zwar für eine Mini-Änderung einer Kategorie-Seite ein Bein ausgerissen, aber dann doch den Termin nicht eingehalten hat.

 

 

 

Eine Antwort zu Die Rolle der IT im E-Commerce

  1. [...] hat einen hochinteressanten Artikel über die Rolle der IT im E-Commerce geschrieben [...]