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Quelle-Pleite – wo werden die Umsätze hingehen?

Bei allem Rummel um die Quelle-Insolvenz mit abschliessender Pleite der Arcandor-Primondo-Versandsparte erscheint es mir doch spannend zu beobachten, wo denn wohl die bisherigen Quelle.de-Umsätze in Zukunft getätigt werden – oder ob sie zu einem größeren Teil verschwinden.

Letzteres kann ich mir nicht so recht vorstellen – warum sollten Quelle-Kunden, die bisher im Internet bestellt haben, plötzlich wieder in Ladengeschäfte gehen oder gar Konsumverzicht üben? Die meisten werden weiter bestellen wie bisher – nur eben woanders.

Da fallen einem zuerst natürlich neckermann.de und Otto ein. Quelle-Sammelbesteller, die bisher mit diesem Modell Erfolg hatten, werden vielleicht eher zu Otto wechseln, da dort Sammelbesteller ähnlich bevorzugt behandelt und umsorgt werden. Viele Kunden wandern jetzt sicher endgültig zu Amazon ab. Die anderen Universalversender in Deutschland erwartet also eine Umsatzsteigerung. Quelle.de dürfte einige Zehntausend Bestellungen pro Tag abgewickelt haben, wer davon einen nennenswerten Anteil abbekommt, wird sich darüber freuen. Nach den ersten Insolvenzmeldungen wird es da vermutlich schon die erste Indikation gegeben haben, wie sich das Ende von Quelle für die Mitbewerber auswirken wird.

Oder zieht es die anderen Universalversender auch nach unten? An der Börse sinken ja bei Negativmeldungen auch die Aktienkurse der sog. Peer Group. Ist aber wohl eher nicht übertragbar – an der Börse wird die Zukunft gehandelt, im Versandhandel zählt das jetzt, der Bedarf. Spätestens zu Weihnachten, und das Weihnachtsgeschäft rollt ja gerade an.

Noch eine andere Frage rund um das Thema Quelle: wie hat sich das Quelle-Aus auf die AdWords-Preise in Deutschland ausgewirkt – hat da schon jemand konkret ausgerechnet, ob und wenn ja wie weit die Preise für typische Versandhandels-Keywords entwickelt haben. Quelle dürfte wohl kein Geld mehr für SEM zur Verfügung haben, es bietet also ein großes Budget weniger mit, wenn es um Waschmaschinen, Kleider und HDTV-Fernseher geht.

Oder wird auch dieser Effekt durch die Mitbewerber ausgeglichen, die jetzt um die Ex-Quelle-Kunden werben?

Alles sehr spannend – jedenfalls für den eher weniger beteiligten Beobachter. Für die Primondo-Mitarbeiter ist es einfach nur eine Katastrophe, denn ihre Jobs werden zum großen Teil komplett wegfallen und eben nicht bei den Mitbewerbern neu entstehen.

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