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eBay Express LogoIn den USA hat eBay seinen seit einiger zeit angekündigten Webshop unter dem Namen eBay Express gestartet. Im Gegensatz zur bekannten Auktionsplattform werden bei eBay Express die angebotenen Artikel zum Festpreis verkauft. Artikel können in einem Warenkorb gesammelt und gemeinsam bestellt und bezahlt werden. Es gibt ein einheitliches Format für Artikelbeschreibungen, so dass insgesamt der Eindruck entsteht, man würde alles “aus einer Hand” kaufen.

eBay Express - ab Herbst auch in Deutschland

Für den Herbst 2006 hat eBay seinen Webshop eBay Express auch für Deutschland angekündigt. Gestartet wird laut Stefan Groß-Selbeck (Geschäftsführer eBay Deutschland) mit den Artikelkategorien „Mode & Accessoires“, „Unterhaltung & Bücher“, „Technik“, „Sport“, „Haus & Garten“ und „Baby & Kind“. Unter www.ebayexpress.de kann man sich als Anbieter bereits über Funktionen und Gebühren der neuen Plattform informieren. Die Gebühren sind wie bei Auktionen in Angebotsgebühr und Verkaufsprovision aufgeteilt. Ein Angebot wird 3 Eurocent kosten (für jeweils 30 Tage), die Verkaufsprovision liegt je nach Warenwert zwischen gut 2 Prozent (2% plus 23,50 EUR) und 10 Prozent des Verkaufspreises.

Wettbewerb für Amazon, Otto und neckermann.de

Mit seinem neuen Webshop steigt eBay in Deutschland in den Wettbewerb um die beste bzw. größte One Stop Shopping-Plattform ein. Dabei zielen Otto und neckermann.de ausschließlich auf Markenhersteller und etablierte Händler als Partner für ihre Plattformen - für kleinere Gewerbetreibende sind hier die Kosten zu hoch. Amazon bietet seine Plattform gleichermaßen kleinen wie großen Partnern an, während eBay den Fokus auf die eigenen (gewerblichen) Powerseller und kleinere bis mittlere Händler setzt. Langfristig könnte es hier aber durchaus zu einer Konvergenz kommen - und dann stellt sich die Frage, ob vier Plattformen nicht doch zuviel für den deutschen Markt sind. Dank ihrer Reichweite, ihrer Flexibilität und ihrer Community dürften dann eBay und Amazon den längeren Atem haben.

eBay Express - optisch besser als eBay

Der erste Eindruck beim Besuch von eBay Express (USA) fällt positiv aus. Die Startseite wirkt deutlich aufgeräumter als bei ebay.com, es weht ein leichter Hauch von Web 2.0-Optik (Pastelltöne, abgerundete Ecken), die ganze Seite ist ohne vertikales Scrollen sichtbar. Die Detailansichten für Artikel listen die Angebote aller Verkäufer auf, es werden Kundenbewertungen und -rezensionen geboten, und die eBay-Bewertung der einzelnen Verkäufer wird angezeigt. Dabei ist es den Webdesignern gelungen, diese Informationen einigermaßen übersichtlich darzustellen.

Auf der Detailansicht eines einzelnen Angebots geht dann die einheitliche Optik etwas verloren, weil nun unter den vorgegebenen Artikelattributen auch Freitext des Verkäufers angezeigt wird - ähnlich wie bei den bekannten Auktionen. Hier ein einheitliches Design durchzusetzen wäre wohl auch zuviel verlangt. Auf dieser Seite erscheint dann auch der für eBay neue “Add to Cart”-Button.

In der Warenkorbansicht zeigt eBay Express noch “Related Items” an - der Webshop bietet also auch ein gezieltes Upselling/Crossselling. Bei meinen Versuchen wurden hier allerdings meistens Konkurrenzangebote gezeigt, und nicht etwa passende Zubehör- oder Ergänzungsartikel. Da könnte es eventuell Ärger geben…

Hohe Versandkosten?

Im Bestellprozess wird dann der Nachteil der Plattform deutlich: Artikel von verschiedenen Verkäufern werden einzeln zugestellt, entsprechend hoch sind die Versandkosten. Ab dem zweiten Artikel - und das Bestellen von mehreren Artikeln ist ja eigentlich der Unterschied zur Auktionsplattform - kann es hier teuer werden, da ist der Kauf dann vielleicht bei einem klassischen Universalversender schon preisgünstiger. Otto und neckermann.de arbeiten da eher mit einem zentralen Auslieferungslager, berechnen nur einmalig Versandkosten.

Fazit

eBay tritt mit eBay Express in ein interessantes Marktfeld ein, in dem derzeit viel Bewegung ist. Optik und Benutzerführung sind dabei durchaus als Vorbild für die Auktionsplattform anzusehen, die ja wirklich mal eine Runderneuerung vertragen könnte. Mittelfristig könnte eBay versuchen, die Trennungslinie zwischen Auktionen und Festpreisverkauf etwas sauberer zu ziehen - die Auktionsplattform würde dadurch an Profil gewinnen.
Für problematisch halte ich die Versandkosten, die sich bei mehreren Artikeln schnell zu inakzeptablen Summen addieren. Vorteil für eBay ist die große Anzahl von Kunden und (semi-)professionellen Anbietern, die schnell für ein großes Warenangebot sorgen dürften, die exzellenten Bezahlmöglichkeiten (PayPal) und die gesunde Preiskonkurrenz direkt auf der Plattform: Wie schon bei Amazon regelt sich der Verkaufspreis von nachgefragten Produkten schnell auf das Mindestmaß, da die Konkurrenzangebote direkt untereinander stehen.

Weitere Informationen:

2 Kommentare zu “Ebay Express gestartet - bald auch in Deutschland”

  1. [...] Das WebShopBog widmet eBay Express einen Beitrag, der auf die Unterschiede zur etablierten eBay Auktionsplattform eingeht. [...]

  2. on 31 Jul 2007 at 9:29Peter

    Inzwischen hat eBay auf die Portoproblematik reagiert und Versandkostenrabatte eingebaut. Laut eBay Express Newsletter soll es jetzt aber auch verstärkt versandkostenfreie Angebote geben: http://pages.express.ebay.de/versandkostenfrei/

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