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Brandneu bei Otto

Das Hamburger Versandhaus Otto hat vor einigen Tagen eine neue Marke vorgestellt. Unter dem Namen “brandneu” bietet Otto mehr als 30 Premiummarken wie Miss Sixty, Hilfiger Denim, Cinque, Toni Gard, Calvin Klein Jeans oder Pringle an.

Dabei ließ Otto von der Hamburger Agentur McEmotion (einer McCann Erickson Tochter) ein völlig neues Konzept entwickeln: Die Printausgabe des brandneu-Katalogs ist eine – wie ich finde – gelungene Mischung aus Magazin und Katalog (man nennt das dann Magalog), in der Startausgabe konzentriert sich der Magazinteil auf das Thema Kapstadt, die Fotostrecken der Katalogartikel passen sich diesem Thema geschickt an. Letzteres dürfte nicht so schwer gefallen sein, werden doch Fotoshootings fast ausschließlich in Südafrika angesetzt.

Das Magalog-Konzept macht zunächst einmal einen stimmigen Eindruck, die hochwertigen Fotos passen gut zu den Premium-Marken der Artikel. Eine 879,- Euro-Tasche von La Martina will ja schliesslich auch dem Kaufpreis und der Zielgruppe entsprechend präsentiert werden.

Ungewohnt für den Kunden ist auf jeden Fall die Positionierung der Bestellnummern. Die findet man nicht etwa neben den angebotenen Artikeln, sonder im Stile eines Modemagazins im Index am Ende des Katalogs Magazins Magalogs.

Die Online-Ausgabe des brandneu-Magalogs (www.brandneu.de) orientiert sich sehr stark an der Printausgabe. Seitenweises Blättern steht hier eindeutig im Vordergrund, die Magalog-Seiten lassen sich einzeln als PDF herunterladen. Klickt man auf ein Artikelbild, so werden Detailinformationen in einem Inforahmen am rechten Bildrand gezeigt (mit Frame-Technik, leider nicht mit AJAX).

Eine Suchfunktion bietet die Seite nicht, aber immerhin eine Markenübersicht sowie die Möglichkeit, Artikelnummern aus der Printausgabe direkt einzugeben (hier viel mir dann auf, dass es die 879,- Euro-Tasche online nicht gibt – schade).

Kein Warenkorb

Anstelle eines Warenkorbs gibt es einen Merkzettel. Die erste Verwunderung über die Begriffswahl – ein Webshop ohne Warenkorb-Funktion? – wird durch ein Aha-Erlebnis abgelöst, wenn man vom Merkzettel aus die ausgewählten Artikel “in den Warenkorb” befördern möchte: Plötzlich ist es vorbei mit der innovativen Magalog-Ansicht, und man befindet sich auf der jedem Otto-Kunden vertrauten Warenkorb-Ansicht von - www.otto.de! Von brandneu ist plötzlich nichts mehr zu sehen, ein Klick auf einen Artikel im Warenkorb führt zu einer Detailansicht des Otto Webshops.

Shopfunktionen von otto.de genutzt

Tja, die Shopfunktionen hat sich Otto also erstmal gespart, man nutzt vorhandene Technik und nimmt den Bruch im Bestellablauf in kauf. Der Erfolg der Online-Ausgabe von brandneu wird zeigen, wie sich das auf die Conversion Rate auswirkt. Vielleicht integriert Otto die ganze Sache besser, wenn das Konzept von brandneu sich als Erfolg herausstellt.

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Eine Antwort zu Brandneu bei Otto

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